Bad Hersfeld - Stiftsbezirk

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  • Neugestaltung der Außenbeleuchtung

Seit dem letzten Jahr sind umfangreiche Bau- und Infrastrukturmaßnahmen im Stiftsbezirk rund um die Spielstätte der Bad Hersfelder Festspiele realisiert worden. Die Ergebnisse dieser ersten beiden Bauabschnitte präsentierte jetzt Bürgermeister Thomas Fehling zusammen mit Partnern vor Pressevertretern.

Hessentag – und die Zeit danach

Mit der Entscheidung, den Hessentag in Bad Hersfeld mitten in die Innenstadt zu verlegen, rückte auch der Stiftsbezirk in das Anforderungsprofil einer solchen Großveranstaltung. „Das war bei unseren Planungen aber nur der Startpunkt.“ so Fehling. „Wir haben uns schon 2017 sehr schnell entschlossen, keine temporären Einrichtungen für den Hessentag zu schaffen und diese nach 10 Tagen wieder abzubauen. Wir setzen auf Nachhaltigkeit: Alles was wir an Technik und neuen Dienstleistungen im Stiftsbezirk aufgebaut haben, wird dauerhaft nach dem Hessentag zur Verfügung stehen.“ Erst kommt der Bürgernutzen, dann die Technik Fehling weiter: „Wie immer bei unseren Projekten kommen wir vom Bedarf: Was wollen wir erreichen – und erst dann suchen wir nach organisatorischen oder technischen Lösungen dafür.“ Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist für die Stadt die Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Gäste und Besucher und die Erhöhung des Sicherheitsgefühl. Dazu gab es nicht nur in der Stadtverwaltung fachbereichsübergreifende Workshops zu den zukünftigen Bedarfen. Vor allem Anregungen und Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Festspielbesuchern wurden für die Neuerungen im Stiftsbezirk aufgegriffen.

Besonders gut sichtbar sind für die Besucher und Gäste die Veränderungen im Beleuchtungskonzept des Stiftsbezirks. Die Stadt Bad Hersfeld und Schréder, einer der Weltmarktführer für professionelle Außenbeleuchtung, zeigen die Vernetzung der intelligenten Außenbeleuchtung mit einem Ökosystem. Seit Kurzem schmücken das Gelände rund um die geschichtsträchtige Stiftsruine in Bad Hersfeld hochwertige Lichtstelen. Voraussetzung hierfür waren ab März 2018 umfangreiche Tiefbaumaßnahmen im Auftrag der Stadtwerke Bad Hersfeld und der Kreisstadt für die Verlegung verschiedenster Kabel- und Leerrohrsysteme. Stadt- und Straßenbeleuchtung ist in einer Stadt eine bereits existierende Infrastruktur. Sie bietet damit den idealen Einstieg in die Smart-City-Infrastruktur. „Durch die LED-Technologie kann die Stadt bereits heute den Energieverbrauch deutlich reduzieren und die Digitalisierung der Infrastruktur vorantreiben. Die Höhe und Präsenz vor Ort eignet sich darüber hinaus optimal für Telekommunikationsfunktionen“, sagt Constanze von Mühlenfels, Geschäftsführerin der Schréder GmbH. Als Partner und technologischer Schrittmacher zeigt Schréder in Bad Hersfeld mit seinen multifunktionalen Stelen „Shuffle“ und dem intelligenten Telemanagementsystem Owlet beispielhaft eine überzeugende Lösung. Der zylindrische Poller „Millenium“ und die Zylinderleuchte „Zylindo“ runden die Produktfamilie formschön ab. Interoperable Systeme sind der Schlüssel zur Smart City. So lässt sich die vernetzte Beleuchtungslösung selbstverständlich auch mit der zentralen städtischen Daten-Plattform „urban pulse“ vom urban institute [ui!] verbinden, über die Bad Hersfeld die Anwendungen im öffentlichen Raum zentral steuern kann. Zwei Unternehmen, eine Partnerschaft, die auf Vertrauen und erfolgreiche Erfahrungen setzt. An einem konkreten Beispiel macht Bürgermeister Fehling den Bürgernutzen der neuen Außenbeleuchtung deutlich: „Ein häufig genannter Kritikpunkt der Stiftsbesucher war die Tatsache, dass das Licht im Stiftsbezirk teilweise nicht hell genug sei und auch nicht zu allen Zeiten zur Verfügung stand. Das ist Dank der neuen smarten Beleuchtung von Schréder nun anders: Der alte Widerspruch „Licht an oder aus“ gilt nicht mehr. Durch Bewegungsmelder schalten sich die Gäste sensorgesteuert ihr Licht quasi selbst an. Wir können also hell erleuchten und zwar genau dann, wenn es gebraucht wird – und sparen dank der LED-Technologie trotzdem deutlich an Energie ein.“ Neben dem unmittelbaren Nutzen für die Gäste ist es mit der neuen Außenbeleuchtung auch möglich, Fassadenflächen, Fensterbögen und markante Gebäudeecken in eine Lichtinszenierung einzubeziehen. Die Stiftsruine wird so in ihrer Außenwirkung, insbesondere bei wichtigen Veranstaltungen aus lichttechnischer Sicht akzentuiert und damit dauerhaft erheblich an Attraktivität gewinnen. Später sollen auch Farbspiele möglich sein.

Multifunktionalität und Vernetzung

Die neuen Stelen stellen neben angenehmem Licht aus unterschiedlichen Lichtmodulen auch WLAN, Kameraüberwachung für wichtige Bereiche und Lautsprecher bereit. Offene und drahtlos vernetzte Systeme sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Bei der Errichtung der smarter Infrastrukturen setzt die Stadt mit den Anbietern auf Interoperabilität, also auf die Fähigkeit zur Zusammenarbeit verschiedener Systeme. Freie Standards sind wichtig, um einen „Lock-in-Effekt“ an einzelne Anbieter und Systeme zu vermeiden. Bürgermeister Fehling greift zu den multifunktionalen Modulen die wichtige Frage des Datenschutzes auf: „Während wir die Lautsprecher in der alljährlichen Festspielzeit oder beim Wintermarkt in der Weihnachtszeit auch zukünftig gut nutzen können, ist der weitere Einsatz der Kameramodule noch offen. Sie dienen zunächst ausschließlich der Polizei und den Sicherheitskräften auf dem Hessentag für die mögliche Einschätzung der Lage. Danach werden sie abgeschaltet, bis politisch entschieden ist, ob und wie sie danach genutzt werden sollen, z.B. als Webcam.“

Breitbandanbindung

Als Basis für die smarten Technologien im Stiftsbezirk ist ab März 2018 durch die Stadtwerke Bad Hersfeld und die Kreisstadt eine Glasfaserinfrastrutur aufgebaut worden. Grundlage hierfür war die Verlegung eines Glasfaserleitung zwischen der Konrad-Duden-Stadtbibliothek und dem Festspiel-Verwaltungsgebäude. Seit der Fertigstellung ist die Festspielverwaltung mit der Abendkasse deutlich besser und schneller an das städtische IT-Netz angebunden als über die frühere, störungsanfällige Richtfunkverbindung. Zugleich wurde über in den Beleuchtungsstelen verbaute Module das öffentliche WLAN im Bereich der Festspielverwaltung und der Abendkasse, an der Festspielkantine und rund um die Stiftsruine (Portal und Wegeverbindung entlang der „Könige“) aufgebaut. Der Endausbau der Breitbandversorgung soll in einem 3. und 4. Bauabschnitt bis zum Jahr 2020 erfolgen. Dann soll ein kompletter Glasfaserring um den Stiftsbezirk für optimale Bedingungen sorgen, z.B. auch für das in Planung befindliche neue Funktionsgebäude der Festspiele. Auch das öffentliche verfügbare WLAN-Netz wird dann erweitert.

Technische Infrastrukturen für die Festspiele und andere Veranstaltungsformate verbessert

Bei der Verlegung der Breitbandkabel wurden auch gleich Trinkwasser- und Abwasserleitungen verlegt und Übergabepunkte für Strom, Trinkwasser und Abwasser hergestellt. Für einen späteren Ausbau wurden in weiteren Abschnitten ein umfangreiches Mehrfach-Kabelleerrohrsystem hergestellt. Von diesen Einrichtungen profitieren die verschiedenen Veranstaltungen im Stiftsbezirk. Das ist z.B. das Weindorf während des Hessentages, später dauerhaft die Außenbewirtschaftung der Festspiele sowie bestimmte Sonderveranstaltungen (z.B. Weihnachtsmarkt, Wintermarkt u.ä.).

Verbindungsweg zwischen Stadtring und Innenstadt ausgebaut

In einem weiteren Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Bad Hersfeld und der Kreisstadt wurde der Ausbau des Verbindungsweg zwischen dem Seniorenzentrum Hospital und dem Südtor am Stadtring fertiggestellt. Die Wegeverbindung von rund 150 Meter Länge wurde mit nun rund vier Meter Breite für den innerstädtischen Fahrradverkehr optimiert. Die bislang bestehenden Defizite in der Straßenbeleuchtung in diesem Bereich wurden behoben und ebenfalls gleich auf effiziente LED-Beleuchtung umgestellt. Für die zukünftige Glasfaserkabelverlegung steht jetzt außerdem eine mehrzügige Leerrohrtrasse zur Verfügung. Das als Natursteinmauerwerk ausgeführte Südtor ist optisch durch Entnahme des dichten Bewuches freigestellt, um neue Sichtbeziehungen zu schaffen. Eine gärtnerisch gestaltete, optisch hochwertige Bepflanzung des Südtorbereiches wird nach Sanierung der Stadtmauer in diesem Bereich hergestellt.

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